Druckgeschichte(n) – Solnhofen

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Solnhofen: Was ein Kalkstein aus Mittelfranken für die Druckindustrie bedeutet

 

Der kleine, beschauliche Ort Solnhofen und sein Steinbruch hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Druckgeschichte. Warum? Einfach weiterlesen!

Alois Senefelder arbeitete im ausgehenden 18. Jahrhundert als Schauspieler und schrieb selbst Bühnenstücke, als er begann, sich mit Drucktechnik zu befassen. Er hatte dabei zunächst das Ziel, seine eigenen Werke kostengünstig selbst zu drucken.

Seine Beobachtung eines Blattabdrucks auf einem Kalkstein während eines regnerischen Spaziergangs war Anlass zu ersten Versuchen im „Steyndruck“.

Solnhofener Plattenkalk ist ein besonders feinkörniger Kalkstein, der sich für den Steindruck gut eignet. Auf die plangeschliffenen Kalkplatten zeichnete Senefelder das zu druckende Motiv zunächst seitenverkehrt mit fetthaltiger Kreide auf. Bei der folgenden Befeuchtung mit wässriger Lösung hielten die freien Stellen das Wasser und wurden dadurch fettabweisend ausgerüstet. Die dann aufgewalzte fetthaltige Druckfarbe haftete also nur auf dem Druckmotiv und konnte auf einen aufgepressten Papierbogen übertragen werden.

Senefelder hatte damit 1798 die Lithographie erfunden (Lithos = Stein, -graphie = zeichnen, schreiben) – damals das erste Druckverfahren, mit dem auch farbige Vorlagen vervielfältigt werden konnten.

Geschichte der Lithografie - ein com2C Druckmedien-Wissen Beitrag

Das beschriebene chemische Reaktionsdruckverfahren basiert auf der Abstoßung von Fett und Wasser und war bedeutend günstiger als damals übliche Druckverfahren wie der Kupferstich. Es handelt sich um das erste Flachdruckverfahren, bei dem im Gegensatz zum Hochdruck mit beweglichen Lettern (Bleisatz) oder Tiefdruck (Kupferstich) druckende und nicht-druckende Bereiche auf einer Ebene liegen. Das neue Verfahren des Flachdrucks revolutionierte die Drucktechnik. Zuvor waren die druckenden Elemente stets in der Höhe versetzt
angeordnet, um die druckenden von den nicht-druckenden Elementen zu trennen. Im Hochdruck sind die zu druckenden Schriftzeichen deutlich erhöht, so dass nur sie Farbe aufnehmen. Im Tiefdruck sind die zu druckenden Bildteile vertieft; sie halten die Druckfarbe fest, während eine Rakel überschüssige Farbe entfernt. Erstmals sind im Flachdruck druckende und nicht-druckende Elemente direkt nebeneinander platziert und chemische Prozesse zwischen der wässrigen Säurelösung und fetthaltige Kreide oder Tusche steuern die Farbaufnahme. Für
mehrfarbige Drucke wird mit mehreren Steinplatten gearbeitet.

Erst um 1930 wurde die Lithographie zunehmend vom Offset-Druck ersetzt. Der Offsetdruck – ebenfalls ein Flachdruckverfahren – ist bis heute im Auflagendruck die dominierende Drucktechnik. Senefelder hat mit seinen
Experimenten im Steindruck den direkten Vorläufer des Offsetdrucks erfunden und einen ganz entscheidenden Beitrag zur Entwicklung dieses auflagenstarken Druckverfahrens geleistet.

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Solnhofener Plattenkalk

Solnhofener Kalkstein ist ein Naturwerkstein aus dem Altmühljura der Fränkischen Alb in Bayern. Die Gesteinsart entstand durch schichtweise Ablagerungen in mit Salzwasser gefluteten Lagunen des tropischen Urmeeres. Der
dichte, cremefarbene Kalkstein kann in Steinbrüchen bis heute nicht mit Maschinen abgebaut werden. Er wurde bereits seit Jahrhunderten als Baumaterial für Böden, Treppen und Wände abgebaut, bevor er 1798 mit der Erfindung von Alois Senefelder als „Lithographischer Schiefer von Solnhofen“ weitere Berühmtheit
erlangte.

Der hohe Salzgehalt des Lagunenwassers während der Entstehung von Solnhofener Kalkstein sorgte dafür, dass außergewöhnlich viele Tiere als Versteinerung erhalten blieben. Das Gestein ist daher auch eine bedeutende
Fossillagerstätte. Das Altmühltal und Solnhofener Plattenkalke sind 2006 als „nationales Geotop“ ausgezeichnet worden.

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